Lesung & Musik

Die Kombination von Lesung & Musik eröffnet reizvolle Dialoge, die nicht nur Abwechslung bieten, sondern auch, in gegenseitiger Bereicherung, das Verständnis eines Werks oder einer Kulturepoche erleichtern. Informationen zu den Musikern finden Sie weiter unten.

Lesung & Harfe (Konzertharfe, keltische Harfe, Josef-Häussler-Harfe)

Literarisch-musikalische Impressionen aus England und Schottland – Zum 200. Geburtstag von Theodor Fontane (in 2019) mehr

Die pulsierende Metropole London mit ihrer idyllischen Umgebung, aber auch Manchester, Oxford und Brighton haben Fontane ein Leben lang fasziniert. Im Sommer 1858 bereiste er das romantische Schottland. Die karge, aber reizvolle Landschaft und die Schauplätze von Shakespeares “Macbeth” waren für ihn eine Quelle der Inspiration. Was ihn bei all diesen Reisen nachhaltig prägte, war die Verbindung von Modernität und Tradition, Weltoffenheit und regionalem Selbstbewußtsein. In seinen Betrachtungen verbinden sich spontane Eindrücke mit historischen Rückblicken, die Würdigung des Erhabenem mit dem augenzwinkerndem Blick auf das Alltägliche.

  • Umrahmt wird die Lesung durch englische und schottische Traditionals auf der keltischen Harfe. Dieses urtümliche, mystische Instrument wird durch die renommierte Konzertharfenistin Giedrė Šiaulytė (Litauen) mit hoher Virtuosität und Leidenschaft zum Klingen gebracht. (Dauer: ca. 2×45 Minuten. Bei einem 60-minütigen Programm empfehlen wir, Lesung und Musik auf wahlweise England oder Schottland zu konzentrieren.)

Mozart auf der Reise nach Prag – Lesung aus Eduard Mörikes berühmter Novelle (1855) zu Musik von Mozarts und Mörikes Zeitgenossen (u.a. Krumpholtz, Dussek und Häussler)

  • Im Wechsel mit den Textpassagen erklingt Musik auf der sogenannten “Josef-Häussler-Harfe”: einem Nachbau des Instruments, auf dem der böhmische Harfenist Josef Häussler einer Anekdote zufolge 1787 Mozart in Prag verblüffte und auf dessen Wunsch ein Mozartsches Thema variierte. Es spielt: Giedrė Šiaulytė

Irisches Tagebuch – Zum 100. Geburtstag von Heinrich Böll (in 2017) mehr

Heinrich Böll stattete mit diesen Aufzeichnungen den Dank ab an eine Landschaft und ihre Menschen, denen er sich seit seinem ersten Besuch auf der Insel im Jahr 1954 wahlverwandtschaftlich verbunden fühlte. Dank Bölls liebevollem Erzählstil gewinnen in den kurzen Episoden Landschaft, Verhältnisse und Bewohner Kontur und prägen sich ein. Die „Stuttgarter Zeitung“ schrieb: „Das Geheimnis dieses Buches, des liebenswertesten Buches von Heinrich Böll, ist, dass kaum ein Wort über die verzwickte Ökonomie und die noch verzwicktere Geschichte dieses kleinen Staates gesagt wird und dass dennoch das ganze Irland in diesem Tagebuch eingefangen zu sein scheint.“

  • Umrahmt wird die Lesung durch irische Traditionals auf der keltischen Harfe. Es spielt: Giedrė Šiaulytė.

Provence – Land des Lichts mehr

Zwischen Rhônetal, Mittelmeer und Seealpen, wo die Magie des Südens mit dem Charme und der Lebenskunst Frankreichs verschmilzt, liegt die Provence: ein mythisches Land, das die Natur zum Leuchten bringt. Mit seinem magischen Licht war es von jeher Anziehungspunkt für Maler und Philosophen. Aber auch Autoren wie Alphonse Daudet, Stefan Zweig, Joseph Roth und Kurt Tucholsky waren fasziniert von der Geschichte und Gegenwart der Provence, ihrer Natur und ihren Bewohnern. Mit ihren Texten lassen sie die bezaubernde Atmosphäre dieser großartigen Kulturlandschaft für uns lebendig werden.

  • Die Texte treffen auf romantisch-impressionistische Meisterwerke für Harfe solo von Gabriel Fauré, Claude Debussy, Gabriel Pierné und Camille Saint-Saëns. Es spielt: Giedrė Šiaulytė

Weihnachten in Europa – Geschichten und Harfenklänge zum Advent mehr

Das Weihnachtsfest wird in jedem Land anders gefeiert. Diese unterschiedlichen Traditionen und Mentalitäten spiegeln sich auf eindrucksvolle Weise auch in Werken der Literatur und Musik wider, die eigens für diese Zeit entstanden sind. Berühmte Schriftsteller und populäre Melodien bringen uns so in Texten und Tönen unsere Nachbarländer und ihre Bewohner näher: Neben der Vielfalt Europas werden dabei aber auch manche Gemeinsamkeiten offenbar.

  • Die Lesung wird ergänzt durch Musik aus den verschiedenen Ländern, gespielt auf der keltischen Harfe von Giedrė Šiaulytė.

Weihnachten in Irland – Weihnachtliche Geschichten von Frank O’Connor, Sean O’Faolain, Flann O’Brien u.a.

  • Die Lesung wird ergänzt durch irische Traditionals, gespielt auf der keltischen Harfe von Giedrė Šiaulytė.

Lesung & Gitarre

Heinrich Heine: Reisebilder aus Italien mehr

„Hier in Italien ist es ja so schön, das Leiden selbst ist hier so schön, in diesen gebrochenen Marmorpalazzos klingen die Seufzer viel romantischer, als in unseren netten Ziegelhäuschen.“ Die Reiseberichte hatten im frühen 19. Jh. schon eine lange Tradition, aber mit Heines „Reisebildern“ erreichte die Reiseliteratur einen Höhepunkt. In der „Reise von München nach Genua“ (1830) beschreibt Heine Eindrücke seiner Italienreise im Jahr 1828, die ihn über Trient, Verona und Mailand nach Genua führt. Er schildert mit viel Empfindsamkeit Land und Leute, bisweilen urteilt er spöttisch über politische und gesellschaftliche Verhältnisse.

  • Zu einem Kurzurlaub der besonderen Art werden Heines Betrachtungen durch die schönsten Konzertstücke, Lieder und Tänze des romantischen Italiens, gespielt auf einer Biedermeier-Gitarre von 1843. In ihrem originalen Gewand interpretiert Volker Höh, einer der vielseitigsten deutschen Gitarristen, Musik von Paganini, Mozzani, Giuliani und Scarlatti bis hin zu Themen des von Heine hoch gelobten „Barbier von Sevilla“ von Rossini.

Brasilien: Ein Land der Zukunft – Zum 75. Todesjahr von Stefan Zweig (2017) mehr

Kein anderes Land begeisterte den Kosmopoliten Zweig mehr als Brasilien. Mitten im Zweiten Weltkrieg bereiste er den fünftgrößten Staat der Erde – und war fasziniert von dessen natürlicher Schönheit und der friedlichen Lebensweise, Toleranz und Offenheit seiner Menschen. In 16 Kapiteln, u.a. über so gegensätzliche Städte wir Rio de Janeiro, São Paulo, Bahia oder Belo Horizonte, die brasilianische Mentalität, über Tabak und Kaffee und den tückischen Virus des Goldfiebers, glückt es ihm, ein Maximum an Information so lebendig zu vergegenwärtigen, dass sich der größte Teil dieses Buches liest, als sei es heute geschrieben.

  • Ergänzt werden die Texte durch Musik für das wichtigste Instrument Brasiliens: der Gitarre. Sie war und ist unverzichtbarer Bestandteil des brasilianischen Ausdruckvermögens. Volker Höh, einer der vielseitigsten deutschen Gitarristen, interpretiert auf die Texte fein abgestimmte Kompositionen von Heitor Villa-Lobos, João Pernambuco, Dilermando Reis, Isaías Sávio und Luiz Bonfá.

Lesung & Vihuela

Don Quijote – Zum 400. Todesjahr von Miguel de Cervantes (2016) mehr

Kein geringerer als Dostojewski attestierte ihm: “Von solchen Büchern wird der Menschheit in mehreren Jahrhunderten nur eines geschenkt.” Cervantes hat mit dem “Ritter von der traurigen Gestalt” und seinem getreuen Knappen Sancho Panza zwei Figuren geschaffen, die sprichwörtlich geworden sind für den Kampf des Idealisten gegen die Realität.

  • Die Lesung wird ergänzt durch Musik für Vihuela, vorgetragen von Ulrich Müller, Professor am Institut für Musik der Fachhochschule Osnabrück. Die Vihuela ist ein im heutigen Konzertbetrieb nur noch sehr selten zu hörendes spanisches Zupfinstrument, das im 16. Jh. seine Blütezeit erlebte und – klanglich der Laute verwandt – als Vorgänger der modernen Gitarre angesehen werden kann.

Die Musiker

Giedrė Šiaulytė (Harfe) wurde noch während ihres Studiums 2010 als Soloharfenistin im Nationalen Sinfonieorchester des Polnischen Rundfunks in Kattowitz verpflichtet. Nach einem Auslandssemester am Conservatoire Nationale in Paris schloss sie 2012 ihre Ausbildung am Salzburger Mozarteum (Meisterklasse Prof. Helga Storck) mit Auszeichnung ab. Giedrė Šiaulytė gastiert regelmäßig als Solistin mit renommierten Orchestern auf Festivals und in Konzertreihen in Deutschland, Österreich, Polen sowie in ihrer Heimat Litauen. Als gefragte Kammermusikpartnerin gilt ihr Interesse außergewöhnlichen Instrumentenkombiationen und, neben der klassischen Konzertharfe, auch der keltischen Harfe, mit der bereits zwei CDs vorliegen.

Volker Höh (Gitarre) ist als Solist, mit Orchestern und in kammermusikalischen Besetzungen – auch als Kulturbotschafter für das Goethe-Institut – auf den internationalen Konzert- und Festivalbühnen zu Hause. Seine von der Fachkritik prämierten CD-Produktionen zeugen von stilistischer Vielfalt und differenzierter Klangästhetik. Regelmäßige Rundfunk- und Fernsehaufnahmen dokumentieren seinen künstlerischen Rang ebenso wie zahlreiche ihm gewidmete Werke renommierter Komponisten. Er ist auf CD- und Film-Produktionen u.a. des RSO Frankfurt mit Dirigenten wie Michael Gielen, Eliahu Inbal, Dmitrij Kitajenko und Marcello Viotti zu hören.

Ulrich Müller (Vihuela) studierte klassische Gitarre in Osnabrück und Bremen sowie in der Meisterklasse von Prof. Karl Scheit an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien. 1983 Konzertreife-Diplom und Künstlerstipendium des Niedersächsischen Ministers für Wissenschaft und Kunst. Als Solist (Gitarre, Laute, Vihuela, mit Orchester), Liedbegleiter und in verschiedenen Kammermusikbesetzungen gastierte er seit 1980 in Deutschland, Österreich, Polen, Spanien, Japan, den Niederlanden, der Schweiz, der Türkei und den USA. Internationale Radio- und TV-Produktionen, eigene Notenausgaben, Fachartikel und eine Professur für Gitarre an der Fachhochschule Osnabrück ergänzen das Profil eines überaus vielseitigen Künstlers.

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