Prosa

Zum 75. Todestag (in 2017) von Stefan Zweig
Auswahl seiner Erzählungen – Alternativ kann aus seinen Reiseberichten oder aus seiner Monographie “Brasilien – ein Land der Zukunft” gelesen werden.

Zum 100. Geburtstag (in 2017) von Carson McCullers
Auswahl ihrer Erzählungen – Alternativ kann aus der Novelle “Die Ballade vom traurigen Café” gelesen werden.

Russische Meisternovellen von Puschkin, Gogol, Tschechow (wahlweise)

Siegfried Lenz: So zärtlich war Suleyken
Lenz fabuliert in dieser Hommage an seine Heimat Masuren von den liebenswerten Käuzen und Querköpfen des fiktiven Dörfchens Suleyken, irgendwo und nirgendwo im Süden Ostpreußens zwischen Torfmooren und sandiger Öde, zwischen verborgenen Seen und Kiefernwäldern gelegen.

Vladimir Nabokov: Erinnerung, sprich
Einer der großen Erzähler des 20. Jh. erinnert sich an das verlorene Paradies der Kindheit, das Leben im vorrevolutionären Russland, an Ferienreisen in die modernen Badeorte Westeuropas.

Heinrich Heine: Aus den Memoiren des Herren von Schnabelewopski
Der junge Herr von Schnabelewopski verlässt seine Heimat, um sich im niederländischen Leyden dem Studium zu widmen. mehr

Doch es verschlägt ihn zuerst nach Hamburg und Amsterdam. Auf seinen Reisen widmet er sich mehr den sinnlich-weltlichen Genüssen als ernsthaften Studien. Er stellt dabei allerlei unterhaltsame und humoristische Betrachtungen an über das weibliche Geschlecht, die kulinarischen Eigenheiten Deutschlands und die Menschen im Allgemeinen.

Erich Kästner: Als ich ein kleiner Junge war
Das bürgerliche Leben in seiner Geburtsstadt Dresden, als man die Schularbeiten noch bei Petroleumlicht machen mußte und Pferde noch hoch im Kurs standen, weil es keine Autos gab: “Es liest sich wie aus einer fernen, fremden Zeit. Fast alles hat sich geändert und fast alles ist sich gleich geblieben”, schreibt Kästner. mehr

 “Wer so einfach schreiben kann und mit dem scheinbar simplen Wort dabei doch Dichte, Kolorit und Phantasie geben kann, ist auf seine Art ein Meister: Die Kinder werden dieses Buch als ein Kästner-Kinderbuch lieben. Die Erwachsenen werden es bewundern.” (Die Welt)

Robert Walser: Poetenleben
Robert Walser (1878-1956) schrieb ca. 1500 kleine Prosatexte, die aufs Engste mit seiner eigenen Biografie verwoben sind. mehr

In ihr findet man die Figuren wieder, die schon früh in Walsers Leben eine existenzielle Bedeutung hatten und ihn als eine fast fiktive, aus mehreren Geschichten zusammengesetzte Person begreifen lassen. Mit der für ihn typischen frechen Demut und herausfordernden Bescheidenheit versteckt er sich hinter ihnen, gibt sich preis, führt seine Leser aber auch in die Irre. So erscheint er uns als „Kind“, „Kommis“, „Spaziergänger“, „Diener“, „Dichter“ und zuletzt als „Wahnsinniger“.

Elias Canetti: Die gerettete Zunge
Canettis Kindheitserinnerungen waren das literarische Ereignis des Jahres 1977. Der spätere Nobelpreisträger (1981) schildert hier seine ersten Lebensjahre in Rustschuk/Bulgarien, einem orientalisch-farbigen, multilingualen Schmelztiegel der Kulturen. mehr

 Weitere Stationen sind das Kaufmannsmilieu von Manchester, der Ausbruch des 1. Weltkriegs im kaiserlichen Wien, die Kriegs- und Nachkriegsjahre im friedlichen Zürich. Canetti erzählt von einer glücklichen Kindheit, in der es Liebe und Eifersucht, Egoismus, Stolz, Zärtlichkeit und Todesfurcht gab und nicht zuletzt die literarische Inspiration durch sein Elternhaus. Seine Lebenserfahrung konzentrierte der brillante Essayist mit 50 skurrilen Charakterbildern unter dem Titel “Der Ohrenzeuge” (1974), die bei dieser Lesung als Intermezzi dienen.

Wolfgang Hildesheimer: Lieblose Legenden
Der durch seine Dramen und Hörspiele, Biographien (Mozart, Marbot) und Romane (Masante, Tynset) bekannt gewordene Autor veröffentlichte 1952 die ersten seiner insgesamt 26 Lieblosen Legenden. mehr

Mittlerweile fast schon legendär geworden, behandeln diese Satiren die Rezeption von Kultur und einzelne Ausformungen dessen, was gemeinhin als Geistes- und Kulturgut anerkannt wird. Grotesk und ironisch führt Hildesheimer in geschliffener Sprache die Wesenszüge des bürgerlichen Lebens und Verhaltens ad absurdum.

W. G. Sebald: Austerlitz
W. G. Sebald, einer der eigenwilligsten Schriftsteller unserer Zeit, erzählt die Geschichte eines Mannes, dem, in den vierziger Jahren als Flüchtlingskind nach Wales gekommen, Sprache und Name geraubt wurden, mehr

und der nun nicht mehr heimisch werden kann in dieser Welt. “Schon lange ist Sebalds Erzählkunst in der gegenwärtigen deutschen Literatur etwas Einzigartiges. In dieser beunruhigend formvollendeten Geschichte hat sie eine Art Vollkommenheit erreicht.” (H. Detering, “Literaturen”) – Alternativ sind Lesungen aus Sebalds Werken “Schwindel.Gefühle.” oder “Die Ringe des Saturn” möglich.

Herta Müller – Schreiben und Leben in der Diktatur
Lesung aus der “Atemschaukel” & Vortrag Dr. Jutta Höfel (Literaturwissenschaftlerin) mehr

Die 1953 in Rumänien geborene Schriftstellerin Herta Müller (Nobelpreis 2009) erarbeitete in ihren Werken eine unverwechselbare Sprache für die beklemmende Lebenswirklichkeit in einem totalitären Regime. Ihre Erzählungen, Romane und Textcollagen übertragen eindringlich die allgegenwärtige Angst und das zerstörerische Mißtrauen, unter denen die Opfer staatlicher Repression leiden, ebenso wie den intensiven Wunsch nach menschlicher Nähe und persönlicher Freiheit, der in Wortbildern wie “Herztier” und “Atemschaukel” Ausdruck findet. (J. Höfel)